G26.3 Wattzahl in 60 Sekunden

Die Frage „Wie viel Watt muss ich bei G26.3 treten?“ hat ohne den Untersuchungszweck keine belastbare Ein-Zahl-Antwort. Die Wattwerte, die in vielen Suchergebnissen stehen, stammen aus körpergewichtsbezogenen Verfahren für hochbelastende Tätigkeiten. Sie werden vor allem mit der Eignung von Feuerwehr-Atemschutzgeräteträgern verbunden. Die arbeitsmedizinische Vorsorge nach ArbMedVV ist ein anderer Prozess.

Frage Kurze Antwort
Gibt es eine gesetzliche G26.3-Wattgrenze? Nein
Werden bei Feuerwehr-Eignung häufig Watt je Kilogramm berechnet? Ja, als ärztlich einzuordnender Richtwert
Ist ein Belastungs-EKG in jeder Pflichtvorsorge vorgeschrieben? Nein
Reicht das Erreichen der Rechenzahl automatisch zum Bestehen? Nein
Darf der Arbeitgeber den Wattwert erhalten? Im Regelfall nein
Wer legt Protokoll und Bewertung fest? die geeignete ärztliche Stelle anhand des Auftrags und der Person

Direkte Antwort: Häufig zitierte Feuerwehr-Richtwerte liegen bei 3,0 oder 2,5 Watt je Kilogramm bis einschließlich 39 Jahre sowie 2,1 oder 1,8 Watt je Kilogramm ab 40 Jahre. Die Faktoren unterscheiden zwischen Männern und Frauen und beziehen sich auf PWC170 beziehungsweise PWC150. Das Ergebnis ist nur ein Teil einer ärztlichen Eignungsbeurteilung, keine allgemeine gesetzliche Bestehensformel.

G26.3 Watt berechnen: Formel und Beispiele

Die Rechnung selbst ist einfach:

Körpergewicht in Kilogramm x Wattfaktor = rechnerischer Vergleichswert in Watt

Die folgende Tabelle zeigt die Werte, die in deutschen Feuerwehr- und arbeitsmedizinischen Veröffentlichungen häufig für hochbelastende Atemschutztätigkeiten genannt werden. Sie hilft, Suchangaben nachzuvollziehen. Vor dem Termin muss die beauftragte ärztliche Stelle mitteilen, welches aktuelle Verfahren sie für den konkreten Eignungsauftrag anwendet.

In vielen Veröffentlichungen genannte Kategorie Faktor Bezugswert
Männer bis einschließlich 39 Jahre 3,0 W/kg PWC170
Frauen bis einschließlich 39 Jahre 2,5 W/kg PWC170
Männer ab 40 Jahre 2,1 W/kg PWC150
Frauen ab 40 Jahre 1,8 W/kg PWC150

Diese Tabelle ist keine Rechtsnorm und kein Trainingsrezept. Die aktuellen DGUV Empfehlungen für arbeitsmedizinische Beratungen und Untersuchungen sind medizinische Best Practice, besitzen aber nach Auskunft der DGUV keine eigene Rechtsverbindlichkeit. Die Kommunale Unfallversicherung Bayern verweist für Feuerwehr-Eignungsbeurteilungen auf deren Abschnitt 2.2 „Atemschutzgeräte“ anstelle des früheren Untersuchungsgrundsatzes G26.3.

Rechenbeispiele für häufig gesuchte Körpergewichte

Körpergewicht 3,0 W/kg 2,5 W/kg 2,1 W/kg 1,8 W/kg
60 kg 180 W 150 W 126 W 108 W
70 kg 210 W 175 W 147 W 126 W
75 kg 225 W 187,5 W 157,5 W 135 W
80 kg 240 W 200 W 168 W 144 W
90 kg 270 W 225 W 189 W 162 W
100 kg 300 W 250 W 210 W 180 W
120 kg 360 W 300 W 252 W 216 W

Für die Rechnung darf nicht mit einem Wunschgewicht oder einem älteren Wert gearbeitet werden. Welche Gewichtsmessung in das medizinische Protokoll eingeht, legt die untersuchende Stelle fest. Körpergewicht ist zudem nur der Nenner einer relativen Leistungsangabe. Es beschreibt weder Körperzusammensetzung noch Bewegungsökonomie, Einsatzroutine oder Belastbarkeit unter Schutzkleidung. Genau deshalb bleibt die Wattrechnung eine Orientierung und kann die ärztliche Gesamtbeurteilung nicht ersetzen.

Ein Ergometer arbeitet meist mit festen Stufen oder einer Rampe. Deshalb kann der exakte Rechenwert zwischen zwei Leistungsstufen liegen. 75 Kilogramm mal 2,5 ergibt beispielsweise 187,5 Watt. Daraus folgt nicht automatisch, dass das Gerät exakt auf 187,5 Watt eingestellt wird. Wie die Messreihe aufgebaut, interpoliert und bewertet wird, gehört zum ärztlichen Protokoll.

Was PWC170 und PWC150 bedeuten

PWC ist die Abkürzung für „Physical Working Capacity“. Der Wert beschreibt die körperliche Arbeitsleistung bei einer festgelegten Herzfrequenz. PWC170 bezieht sich auf 170 Herzschläge pro Minute, PWC150 auf 150. Die relative Angabe W/kg setzt diese Leistung zum Körpergewicht ins Verhältnis.

Die verbreitete Kurzform „240 Watt treten und unter Puls 170 bleiben“ ist ungenau. Bei einer stufenförmigen Ergometrie werden Herzfrequenz und Leistung über mehrere Messpunkte erfasst. Liegt die Bezugsherzfrequenz zwischen zwei Stufen, kann die zugehörige Leistung rechnerisch bestimmt werden. Außerdem beobachtet die ärztliche Stelle nicht nur einen Pulswert.

Messgröße Was sie zur ärztlichen Bewertung beitragen kann
Leistung in Watt erreichte äußere Belastung am Ergometer
Watt je Kilogramm körpergewichtsbezogener Vergleichswert
EKG-Verlauf elektrische Herzaktion unter zunehmender Belastung
Herzfrequenz Reaktion auf Belastungsstufen und Erholung
Blutdruck Kreislaufreaktion vor, während und nach der Belastung
Beschwerden etwa Brustdruck, Luftnot, Schwindel oder Erschöpfung
Erholungsphase Rückgang von Herzfrequenz und Blutdruck nach Belastungsende

Ein hoher Wattwert hebt einen auffälligen EKG- oder Blutdruckverlauf nicht auf. Umgekehrt darf eine einzelne Zahl unter einem Tabellenwert nicht durch Laien als medizinische Nichteignung behandelt werden. Interpretation und gegebenenfalls weitere Diagnostik liegen bei der ärztlichen Stelle.

Warum G26.3-Watt-Tabellen voneinander abweichen

Die zehn für diesen Beitrag untersuchten Ranking-Seiten nennen nicht dieselben Anforderungen. Manche verwenden 3,0 W/kg ohne Alters- oder Geschlechtsdifferenzierung. Andere übernehmen die vier PWC-Faktoren. Eine weitere Seite nennt abweichende Mindestleistungen, und mehrere Seiten erklären das Belastungs-EKG zugleich als zwingenden Bestandteil jeder Vorsorge und jeder Eignungsbeurteilung.

Dafür gibt es vier Ursachen:

  1. Das alte G-Kürzel wird weiterverwendet: Seit 2022 haben die DGUV Empfehlungen die früheren G-Grundsätze abgelöst. Suchende und Anbieter sprechen dennoch weiterhin von G26.3.
  2. Vorsorge und Eignung werden vermischt: Pflichtvorsorge schützt und berät Beschäftigte. Eine Eignungsbeurteilung beantwortet eine besondere Einsatzfrage. Nur der zweite Zweck kann ein leistungsbezogenes Urteil erfordern.
  3. Protokolle unterscheiden sich: Startleistung, Stufenhöhe, Dauer, Rampe, Zielherzfrequenz, Abbruch und Rundung sind nicht aus der Multiplikation W/kg ablesbar.
  4. Zusätzliche Anforderungen können gelten: Feuerwehrträger, Dienstherrn oder andere Auftraggeber können auf einer tragfähigen Grundlage ein Anforderungsprofil vorgeben. Das ist dann nicht automatisch die bundesweite G26.3-Grenze für alle Betriebe.

Auch die Gerätegruppe hat sich geändert. Die im Juli 2026 veröffentlichte AMR 14.2 ordnet Pressluftatmer und Regenerationsgeräte über fünf Kilogramm der Gruppe 3 zu. Diese technische Zuordnung löst Pflichtvorsorge aus, legt aber keine Wattzahl fest. Die genaue Gruppenzuordnung behandelt deshalb der getrennte Ratgeber zur G26.3 Untersuchung 2026.

Belastungs-EKG bei Vorsorge oder Eignung

Vor jeder Wattdiskussion muss der Auftrag benannt sein. Die gleichen medizinischen Geräte können in zwei rechtlich verschiedenen Verfahren eingesetzt werden.

Merkmal Arbeitsmedizinische Pflichtvorsorge Gesonderte Eignungsbeurteilung
Zweck Beratung und persönliche Prävention Fähigkeit für eine festgelegte gefährdende Tätigkeit beurteilen
Typischer Anlass Tätigkeit mit Atemschutzgerät der Gruppe 3 zum Beispiel Feuerwehr-Atemschutzeinsatz bei anwendbarer DGUV Vorschrift 49
Ist Ergometrie automatisch vorgeschrieben? nein abhängig von Auftrag, Anforderung und ärztlichem Erkenntnisstand
Einwilligung und Aufklärung körperliche oder klinische Untersuchungen nur nach Aufklärung und Einwilligung ebenfalls ärztliche Aufklärung; Zulässigkeit des Eignungsauftrags muss vorher feststehen
Arbeitgeber erhält Vorsorgebescheinigung ohne Befund und Eignungsurteil nur das für den Zweck erforderliche Eignungsergebnis
Wattwert oder EKG-Kurve beim Arbeitgeber nein grundsätzlich ebenfalls kein erforderlicher Organisationsdatensatz

§ 6 ArbMedVV bindet jede körperliche oder klinische Untersuchung in der Vorsorge an die Einwilligung der beschäftigten Person. Die Teilnahme an Pflichtvorsorge ist zwar betriebliche Voraussetzung für die betreffende Tätigkeit, sie erzwingt aber keinen Ergometertest. Genau diese Trennung schützt das Vertrauensverhältnis in der Vorsorge.

Bei Feuerwehren kann § 6 DGUV Vorschrift 49 eine ärztlich bescheinigte Eignung für Tätigkeiten unter Atemschutz verlangen. Die besondere Seite zur G26-Untersuchung bei der Feuerwehr behandelt Rechtsgrundlage, Personenkreis und Wiederholungsfristen. Dieser Beitrag bleibt auf die Ergometrie und ihre Wattangaben begrenzt.

Ablauf des G26.3-Belastungs-EKGs

Der offizielle DGUV-Aufklärungsbogen zur Ergometrie beschreibt einen überwachten medizinischen Ablauf. Die konkrete Durchführung kann sich nach Auftrag und Person unterscheiden.

  1. Auftrag und Zweck klären: Die ärztliche Stelle prüft, ob Vorsorge, Eignung oder transparent getrennte Kombination beauftragt wurde.
  2. Anamnese führen: Aktuelle Beschwerden, Vorgeschichte, frühere Befunde und eingenommene Medikamente werden besprochen.
  3. Ausgangslage prüfen: Körperliche Untersuchung, Blutdruckmessung und Ruhe-EKG sollen Hinderungsgründe vor der Belastung erkennen.
  4. Ergometer einstellen: Sitzposition und Messgeräte werden angepasst. Das Protokoll legt Anfangsleistung und Steigerung fest.
  5. Belastung steigern: In definierten Zeitabschnitten steigt die Leistung. Das EKG läuft fortlaufend, Blutdruck und Befinden werden kontrolliert.
  6. Bei Bedarf abbrechen: Beschwerden, EKG-Veränderungen, auffällige Puls- oder Blutdruckreaktionen oder körperliche Erschöpfung können das Testende auslösen.
  7. Erholung überwachen: Nach der Belastung werden Kreislauf und Beschwerden weiter beobachtet.
  8. Ergebnis besprechen: Die untersuchte Person erhält die medizinische Einordnung und Hinweise zu einem möglichen weiteren Vorgehen.

Die Dauer lässt sich aus der Zielwattzahl allein nicht berechnen. Ein Beginn bei 25 oder 50 Watt mit kleinen Stufen dauert länger als ein individuell höher angesetzter Start oder eine kontinuierliche Rampe. Wer wissen muss, welche Kleidung, Unterlagen oder Zeitplanung gelten, sollte die untersuchende Stelle vorab nach ihrem Protokoll fragen.

Sicher auf die Ergometrie vorbereiten

Vorbereitung bedeutet nicht, einen medizinischen Test kurzfristig zu manipulieren. Sie soll eine aussagefähige und sichere Untersuchung ermöglichen. Nach dem DGUV-Aufklärungsbogen sind diese Punkte sinnvoll:

  • ausgeschlafen und von körperlichen Anstrengungen erholt erscheinen
  • nicht mit Fieber, grippalen Beschwerden oder einem anderen akuten Infekt antreten
  • normal, aber nicht übermäßig essen und ausreichend trinken
  • ärztlich verordnete Medikamente wie vereinbart einnehmen
  • Medikamentenliste und erfragte Vorbefunde mitbringen
  • leichte Sportkleidung, Handtuch und ein kohlensäurefreies Getränk für danach einpacken
  • auf Nikotin und übermäßigen Koffeinkonsum vor dem Termin verzichten
  • aktuelle Beschwerden und Medikamente vollständig angeben

Medikamente eigenmächtig abzusetzen oder einen Betablocker nur für den Test einzunehmen, kann das Ergebnis verfälschen und gesundheitlich gefährlich sein. Eine Änderung darf ausschließlich nach persönlicher ärztlicher Anweisung erfolgen. Auch ein harter Belastungsversuch am Vorabend liefert keinen sinnvollen Fitnessgewinn und kann die Untersuchung beeinträchtigen.

Wer nach längerer Krankheit, mit neuen Herz-Kreislauf-Beschwerden oder nach einem Infekt unsicher ist, klärt das vor der Ergometrie mit der ärztlichen Stelle. Langfristiges, regelmäßig begleitetes Ausdauer- und Krafttraining ist von einer kurzfristigen Testvorbereitung zu unterscheiden. Die ärztliche Eignungsbeurteilung ersetzt weder laufende Fitness noch Übungen unter realistischen Feuerwehrbedingungen.

Wann die Belastung sofort gemeldet werden muss

Während des Tests muss die untersuchte Person Beschwerden unverzüglich ansprechen. Der DGUV-Aufklärungsbogen nennt insbesondere:

  • Schmerzen oder Druck im Brustkorb
  • Schmerzen mit Ausstrahlung in Rücken oder linken Arm
  • Herzrasen oder auffälliges Herzstolpern
  • Luftnot
  • Schwindel
  • starke körperliche Erschöpfung
  • andere ungewohnte Missempfindungen

Ein selbst gesetztes Wattziel ist niemals wichtiger als ein Symptom. Das Fachpersonal entscheidet, ob die Belastung fortgesetzt, angepasst oder beendet wird. Eine abgebrochene Untersuchung ist kein Grund, Beschwerden zu verschweigen. Das medizinische Ergebnis wird anschließend mit der untersuchten Person besprochen; bei Bedarf werden weitere Untersuchungen empfohlen.

Was Arbeitgeber dokumentieren dürfen

Der Betrieb braucht keine Watt-Tabelle pro Person. Für die Organisation genügen nichtmedizinische Angaben und die jeweils richtige Bescheinigungsart.

Sinnvoller Organisationsdatensatz Nicht in Personal- oder Arbeitsschutzakte übernehmen
Zweck des Auftrags: Vorsorge oder Eignung Zielwattzahl und erreichte Wattstufe
zugrunde gelegte Tätigkeit und Gerätekonfiguration Ruhe- oder Belastungs-EKG
Terminstatus Herzfrequenz- und Blutdruckverlauf
Art und Datum der Bescheinigung Diagnosen und ärztliche Gesprächsinhalte
nächster vom Verfahren vorgesehener Termin Labor-, Lungenfunktions- oder andere Einzelbefunde
erforderliches Eignungsergebnis, soweit zulässig private Trainings- und Gesundheitsdaten

Die DGUV Information 250-010 zur Eignungsbeurteilung hebt die Trennung von Vorsorge und Eignung sowie die datenschutzrechtlichen Anforderungen hervor. Bei gemeinsamem Termin bleiben die Zwecke getrennt. Eine Führungskraft darf deshalb nicht aus Neugier nach Watt, Puls oder Abbruchgrund fragen.

Für die Feuerwehrbescheinigung stellt die DGUV mit FBFHB-011 einen aktuellen organisatorischen Rahmen bereit. Das Formular übermittelt ein verwendbares Eignungsergebnis und den Zeitraum, nicht das vollständige medizinische Testprotokoll.

Auftrag vor dem Termin richtig formulieren

Fehler bei G26.3 beginnen oft vor der Ergometrie. Ein Auftrag wie „bitte G26.3 machen“ lässt offen, ob der Betrieb Pflichtvorsorge, Feuerwehr-Eignung oder beides benötigt. Besser ist eine kurze, nichtmedizinische Tätigkeitsbeschreibung:

  1. konkrete Atemschutzgerätebauart und vollständiges Einsatzgewicht nennen
  2. Tätigkeit, Einsatzdauer, Klima, Schutzkleidung und zusätzliche Lasten beschreiben
  3. Rechtsgrundlage und Zweck der Vorsorge oder Eignung festhalten
  4. geeignete ärztliche Qualifikation und apparative Ausstattung prüfen
  5. vorab klären, welche Bescheinigung der Auftraggeber benötigt
  6. medizinische Befunde und Organisationsdaten getrennt halten
  7. nur Bescheinigung und fälligen nächsten Termin im betrieblichen System erfassen

Die Auswahl einer geeigneten ärztlichen Stelle wird im Beitrag G26-Untersuchung: Welche Ärzte dürfen sie durchführen? erklärt. Budgetfragen einschließlich möglicher Ergometrie-Zuschläge gehören zur Seite G26-Untersuchung Kosten. So behält jede Seite einen eigenen Suchauftrag, und die Wattseite bleibt eine verlässliche Rechen- und Erklärhilfe.